Wirkung von Achtsamkeitsübungen mit Tieren

Haben tiergestütze Achtsamkeitsübungen Auswirkung auf Menschen und Tiere?  Mittlerweile gibt es einige Studien hierzu. 

 

Die Achtsamkeitspraxis hat ihren Ursprung in den alten buddhistischen Lehren, die das Gewahrsein des gegenwärtigen Augenblicks und das Akzeptieren des Erlebten aus einer nicht wertenden Perspektive fördern. Das allgemeine Leitprinzip der Achtsamkeit besteht darin, sich auf das Jetzt zu konzentrieren und nicht dazu zu neigen, über vergangene Ereignisse zu grübeln oder sich Sorgen über zukünftige Ereignisse zu machen. 

 

Im Rahmen der Covid-19-Pandemie in Zeiten der Ausgangssperre haben Wissenschaftler eine Studie mit Hundehaltern durchgeführt, die angehalten wurden, verschiedene Achtsamkeitsübungen mit ihren Tieren durchzuführen. Ziel war es, herauszufinden, ob diese und wenn ja welche Form das Wohlbefinden von Hunden und Haltern verbessern würden. Vorherige Studien anderer Wissenschaftler hätten gezeigt, dass Interaktionen zwischen Halter und Hund, bei denen "die Aufmerksamkeit des Menschen vollständig auf den Hund gerichtet war", die Freisetzung von Molekülen, die mit Entspannung und Belohnung assoziiert werden, sich bei beiden Parteien erhöhten. In der aktuellen Studie sollte dieser Effekt näher untersucht werden. 

Sowohl Techniken aus der Achtsamkeitspraxis wurden untersucht, als auch gewöhnliche Interaktionen mit den Hunden. Hierfür teilte man die Teilnehmer in zwei Gruppen, in eine Hunde-Interaktionsgruppe und in eine hundeassistierte Achtsamkeitsgruppe.

In Woche 1 spielte eine Gruppe Verstecken mit den Hunden, während die andere das Fell der Tiere berührte und sich voll und ganz auf das damit einhergehende Gefühl konzentrierte. In Woche 2 spielte Gruppe eins „Folge der Leine“, während Gruppe zwei sich auf den Atem des Hunde konzentrierte. In Woche 3 spielte die erste Gruppe draußen mit den Hunden, während die zweite Gruppe die Achtsamkeitsübungen der Vorwochen wiederholten und intensivierten. In Woche 4 sollte die erste Gruppe sich einfach nur 7 Minuten lang auf die Anwesenheit des Hunde konzentrieren. Gruppe zwei sollte die Achtsamkeitsübungen wiederholen und intensivieren.

Die Ergebnisse dieser Studie deuten darauf hin, dass sowohl Achtsamkeitspraktiken als auch Interaktionen mit Hunden wirksame Techniken für das Selbstmanagement des Wohlbefindens darstellen. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass die Einbeziehung von Hunden in die Achtsamkeitspraxis im Vergleich zu einer reinen Achtsamkeitspraxis keine zusätzlichen Vorteile in Bezug auf die Verringerung von Symptomen psychischer Belastung oder den Erwerb von Achtsamkeitsfähigkeiten mit sich brachte, allerdings berichteten die Teilnehmer in der hundegestützten Achtsamkeitsgruppe von einer höheren Bewertung des Trainings und befürworteten eine zukünftige Teilnahme stärker. Wenn man bedenkt, wie schwierig es sein kann, Achtsamkeitspraktiken zu erlernen und beizubehalten, könnte die Anwesenheit eines Hundes dazu beitragen, dass die Teilnehmer an einem Achtsamkeitsprogramm festhalten und/oder die Motivation und das Engagement erhöhen. Die Teilnehmer der anderen Gruppe nahmen an einfachen Hundeinteraktionen teil, bei denen es sich um allgemein bekannte Aktivitäten wie das Versteckspiel handelt. Es gab auch eine Übung, bei der die Teilnehmer aktiv mit ihren Hunden reden sollten. Die Teilnehmer der hundegestützten Achtsamkeits-Gruppe wurden angewiesen, einen Raum zu schaffen, in dem sie ungestört sitzen konnten, und ihr Telefon auszuschalten. Vor Beginn der Übung wurden sie aufgefordert, ihren Hund einzuladen, sich entweder neben sie auf eine Decke oder ein Bett oder auf ihren Schoß zu setzen. In der letzten Woche wurden sie aufgefordert, die Aufgabe in Abwesenheit ihres Hundes zu erledigen. Die Teilnehmer wurden aufgefordert, sich mit ihrem inneren Berührungssinn zu beschäftigen, diesmal mit ihrem Hund außerhalb des Raumes, wobei das Körperbild des Hundes im Mittelpunkt stehen sollte. Sie wurden angewiesen, die Augen zu schließen und sich mit Hilfe ihrer Erinnerung/Vorstellung auf diesen inneren Sinn einzulassen, während sie geistig einen Umriss ihres Hundes vor ihrem geistigen Auge nachzeichneten, ihre Hand benutzten/vorstellten und sich mit etwaigen Wärmegefühlen verbanden, falls diese vorhanden waren.

Die Ergebnisse der Studie ergab, dass sich ein Viertel der Hundehalter während der "Gesprächszeit" unwohl fühlten: "Diese Aufgabe kam mir ein wenig seltsam vor. Ich spreche zwar mit dem Hund, aber normalerweise nur zum Spaß oder für Kommandos", und 19 % gaben an, dass ihr Hund während dieser Aufgabe unruhig war. Im Vergleich dazu gaben 53 % der Befragten an, dass ihr Hund während der Aufgabe "Bilderzeit" unruhig war. In der Achtsamkeits-Gruppe wurde die Achtsamkeitsaufgabe "Hundefell" von 11 % in Woche 1 und 23 % in Woche 3 als angenehm für den Hund empfunden: "Mein Hund war im Himmel". Dies unterstreicht wichtige Unterschiede zwischen den einzelnen Aufgaben und ihren relativen Auswirkungen auf Besitzer und Hund in jeder Gruppe.

Interessant und etwas beunruhigend empfanden die Wissenschaftler, dass einige Teilnehmer es ungewöhnlich fanden, 7 Minuten ungeteilte Aufmerksamkeit mit ihren Hunden zu verbringen, selbst wenn viele von ihnen in dieser Zeit von zu Hause aus arbeiteten. Zwar können die Besitzer das Leben ihrer Hunde auch auf andere Weise bereichern (z. B. indem sie ihnen Spielzeug, Problemlösungsaufgaben oder Zeit im Freien zur Verfügung stellen), doch die Ergebnisse einer australischen Studie zur öffentlichen Wahrnehmung zeigten, dass die Zufriedenheit von Begleithunden davon abhängt, ob sie ausreichend Zeit mit ihren Besitzern verbringen.

Erfreulich zeigten sich die Forscher hinsichtlich des Wohlbefindens bei der Achtsamkeitsaufgabe "Hundefell". Hier gab es eine einzigartig hohe Zustimmung für "Hundevergnügen". Dies deutet darauf hin, dass diese spezielle Achtsamkeitsaufgabe sowohl für den Besitzer als auch für den Hund von Nutzen sein könnte, im Gegensatz zu den anderen Achtsamkeitsaufgaben, die eher für den Besitzer als für den Hund von Nutzen zu sein schienen.

Visualisierungsübungen des Hunden, insbesondere wenn dieser nicht im selben Raum war, erschien vielen schwer. Auch bei der Übung "Atem des Hundes beobachten", zeigten sich Herausforderungen. Einige Halter versuchten sich in den Atemrhythmus des Hundes einzustimmen, was nicht der Entspannung beitrug.

Die Wissenschaftler gingen desweiteren auf den Sinn der Meditation ein. Eine tiefere spirituelle Praxis sei durch diese Aufgaben nicht zu erreichen, da zu sehr auf eine Aufgabe beziehungsweise ein Meditationsobjekt fokussiert würde. Doch wenn der Sinn der Achtsamkeitsübung darin bestünde, Halter und Tiere zu mehr Wohlbefinden zu führen und zu einem achtsameren Umgang mit den Tieren zu ermutigen, dann hätten die Achtsamkeitsübungen einen sinnvollen Stellenwert.

 

Neben dieser ausführlich beschriebenen Studie forschten andere Wissenschaftler an der unterstützenden Wirkung von Tieren während Achtsamkeitsinterventionen im psychotherapeutischen Setting. Während es in der vorherigen Studie um das Wohlbefinden von Menschen und Tieren ging, standen in diesen Studie der therapeutische Nutzen für den Menschen im Vordergrund. Es stellte sich die Frage, ob die Einbeziehung von Tieren, die Achtsamkeitspraxis verbessern konnte und so zu einem besseren Therapieerfolg beitragen konnte.

 

Achtsamkeitspraktiken haben in verschiedenen psychotherapeutischen Settings Einzug erhalten. Die Achtsamkeitspraktiken stammen ursprünglich aus der buddhistischen Tradition. Achtsamkeit ist "die Selbstregulierung der Aufmerksamkeit und die Fähigkeit, die Aufmerksamkeit auf die eigene Erfahrung im gegenwärtigen Moment zu halten". Es ist ein Moment-zu-Moment-Bewusstsein der sich ständig verändernden Phänomene, einschließlich Wahrnehmungen, Gedanken und Gefühle. Das Üben von Achtsamkeit beinhaltet die Konzentration der Aufmerksamkeit auf einen einzigen Punkt, oft den Atem, als Mittel zur Steigerung der Bewusstheit des gegenwärtigen Augenblicks. Während sich der Einzelne auf seine Atmung konzentrieren, wandern ihre Gedanken ganz natürlich zu Erinnerungen an die Vergangenheit oder Fantasien über die Zukunft. Diese Gedanken führen zu einer Vielzahl von Emotionen und Körperempfindungen Empfindungen. Legen die  Achtsamkeitspraktizierende ihre Aufmerksamkeit auf ihre Atmung, wird ihr Bewusstsein für den gegenwärtigen Moment gestärkt. Dies kann im Setting einer Psychotherapie zum Beispiel das Gefühl von Angst verringern.

Obwohl achtsamkeitsbasierte Therapien vielversprechend bei der Behandlung einer Reihe von psychischen Störungen sind, gibt es nach wie vor Einschränkungen bei der Definition von Achtsamkeit und bei der Unterstützung der Klienten eine konsequente Achtsamkeitspraxis zu etablieren. Mit anderen Worten, Achtsamkeit ist wirksam, aber es ist oft schwer, die Praxis beizubehalten und noch schwerer, Patienten anzuhalten, diese weiter durchzuführen. Wissenschaftler vermuten, dass das Einbeziehen von Tieren in die Achtsamkeitspraxis die Motivation, Akzeptanz und das Durchhalten von Achtsamkeitspraktiken verbessern kann.

 

Die tiergestützte Achtsamkeitsintervention einer Studie sah wie folgt aus. Der Klient sollte sein Angstniveau auf einer Zahlenskala angeben. Dann leitete der Therapeut den Klienten an, 5 Minuten tief zu atmen und zeitgleich auf die natürliche Interaktion zwischen sich (dem Klienten) und dem Tier zu achten. Der Therapeut wies den Klienten an, sich auf alle Veränderungen einzustimmen, die während der Interaktion zwischen Klient und Therapietier auftraten (z.B. emotional, körperlich). Dann folgten 5 Minuten Achtsamkeitsübung gegenüber der Außenwelt. Der Klient konnte frei mit dem Tier interagieren. Dies konnte Berührung, Sehen, Riechen und Geräusche beinhalten. Der Therapeut wies den Klienten an, sich auf seine Sinne einzustellen, während er sich mit dem Therapietier einstimmte. Dann folgte eine Übung des Mitgefühls für das Therapietier für 5 Minuten. Der Klient sollte sich einfühlen in alle Gefühle gegenüber dem Therapietier. Dies konnten auch positive oder negative emotionale oder kognitive Erfahrungen, die während der Interaktion mit dem Therapietier entstanden sein. Dann folgte eine 5 minütige Nachbesprechung, während derer das Angstlevel wieder auf der Zahlenskala erfragt wurde. Abschließend half der Therapeut dem Klienten, Verbindungen zu ziehen zwischen der Interaktion zwischen sich (dem Klienten) und Therapietier und Stressabbautechniken und Stressreduktionstechniken, die auch außerhalb der Sitzung angewendet werden können.

 

Bisher gibt es nur vereinzelt Studien dieser Art. Eine ähnliche Studie untersuchte den Nutzen von hundegestützter Achtsamkeit im therapeutischen Kontext. Hierbei handelte es sich um eine randomisierte kontrollierte Studie, in der die psychologischen und physiologischen Auswirkungen der Ergänzung eines modifizierten Programms zur achtsamkeitsbasierten Stressreduktion (MBSR) durch eine tiergestützte Therapie (AAT) bei Klienten mit psychischen Problemen untersucht wurden. Die Hypothese lautete, dass AAT achtsamkeitsbasierte Interventionen ergänzen würde, da der Therapiehund die Aufmerksamkeit auf das aktuelle Erleben lenkt und Akzeptanz und "Sein" vorlebt, wodurch das Verständnis und die Praxis der wichtigsten Aspekte der Achtsamkeit gefördert werden. Zu beachten ist, dass die Wissenschaftler durch ihre Formulierung zeigen, dass sie annahmen, Tiere würden immer im Hier und Jetzt leben und immer in Akzeptanz mit den gegenwärtigen Moment sein. Fokus der Studie lag auf dem Nutzen für den Menschen.

Bei jeder Sitzung wurden die Achtsamkeitszustände und -eigenschaften, die psychische Belastung, der Blutdruck und die Herzfrequenz der Teilnehmer gemessen. Die Ergebnisse deuteten darauf hin, dass alle Teilnehmer durch die Achtsamkeitsübungen weniger Angst- und Depressionssymptome, geringere psychische Belastung und verbesserte Achtsamkeitsfähigkeiten im Vergleich zur Zeit vor und nach der Behandlung zeigten. Darüber hinaus verringerten sich der Angstzustand, der Blutdruck und die Herzfrequenz innerhalb der Sitzungen. Es wurde kein signifikanter Unterschied zwischen der Kontroll- und der Versuchsgruppe festgestellt, was darauf hindeutet, dass die Interaktion mit einem Therapiehund in der aktuellen Studie keinen Einfluss auf die Symptomreduktion, den Erwerb von Fähigkeiten oder die Zufriedenheit der Klienten hatte.

 

Eine weitere Studie, die wiederum auch das Wohlergehen der Tiere im Fokus hatte und die Mensch-Tier-Interaktion mehr in den Vordergrund rückte, zeigte Vorteile der tiergestützten Achtsamkeitspraxis. Die Studie bezog sich auf Menschen mit Depressionen. Zur Rückfallprävention bei Depressionen haben sich herkömmliche Achtsamkeitsprogramme wie die achtsamkeitsbasierte kognitive Therapie (MBCT) als nützlich erwiesen, sind aber oft schwer zu erlernen und führen bei Hochrisikopatienten zu hohen Abbruchquoten. Für diese Patientengruppe wurde die Vermittlung von Achtsamkeitsfähigkeiten durch den Einsatz von Schafen in einer offenen Pilotstudie erleichtert. Sechs partiell oder instabil remittierte Patienten mit frühem Trauma nahmen an acht Gruppensitzungen eines natur- und tiergestützten Achtsamkeitstrainings teil. Der Ansatz war praktikabel und wurde von den Teilnehmern sehr gut angenommen. Es gab keine Studienabbrüche. Die Ergebnisse zeigen einen Rückgang der depressiven Symptome und des Grübelns, eine Verbesserung der allgemeinen Achtsamkeitsfähigkeiten, nicht jedoch der Akzeptanzfähigkeiten. Die Wissenschaftler betonten den Bedarf an weiteren Studien.

 

In einer späteren Studie letztbeschriebener Wissenschaftler zeigte sich, dass Achtsamkeitsprogramme mit Tieren besonders für Patienten mit frühen Lebenstraumata geeignet sein. In dieser Patientengruppe käme es häufig zu Depressionen. Als Rückfallprophylaxe von Depressionen hätten sich herkömmliche Achtsamkeitsprogramme wie die achtsamkeitsbasierte kognitive Therapie als nützlich erwiesen. Ein frühes Lebenstrauma sei jedoch ein Risikofaktor für ungünstige Erfahrungen während der Meditation. Es kann zu Schwierigkeiten und unangenehmen Reaktionen beim Meditieren kommen. Daher sind Achtsamkeitsfähigkeiten für diese Patientengruppe oft schwer zu erlernen. Durch den Einsatz von Tieren und einer natürlichen Umgebung sahen die Wissenschaftler eine deutliche Erleichterung, die Achtsamkeitstechniken durchzuführen.

Ziel der Studie war es, die präventive Wirksamkeit eines natur- und tiergestützten Achtsamkeitsprogramms (NAM) über einen Zeitraum von einem Jahr bei instabilen oder teilweise remittierten depressiven Patienten mit einer Vorgeschichte von frühkindlichen Traumata zu untersuchen. Das Programm umfasste 8 Gruppensitzungen von je 150 Minuten, Dauer über 8 Wochen sowie eine Auffrischungssitzung. Siebenundsechzig Teilnehmer wurden randomisiert. Das primäre Ergebnis war die Depressionsdiagnose im Verlauf von 12 Monaten nach Abschluss der Behandlung.

Die Analysen ergaben signifikante Unterschiede bei den Rückfallraten und der Anzahl der depressiven Wochen während des Kurses zugunsten des natur- und tiergestützten Achtsamkeitsprogramms. Außerdem verbesserte sich die globale Lebensqualität in der NAM-Gruppe signifikant stärker. Die Zufriedenheit mit dem Programm war hoch, die Abbrecherquote mit 6 % niedrig. Die überwiegende Mehrheit der Teilnehmer fühlte sich beim Üben von Achtsamkeit in der Natur sicher und empfand die Unterstützung durch Schafe als hilfreich und motivierend. Die Wissenschaftler schlussfolgerten, dass ein natur- und tiergestütztes Achtsamkeitsprogramm sich als durchführbar, hoch akzeptabel und wirksamer als die Standardbehandlung zur Verhinderung von Rückfällen bei wiederkehrenden depressiven Patienten, die in ihrer Kindheit misshandelt wurden, erwies. Insbesondere die Wahl von Schafen zeigte sich als günstig in dieser Studie, dass es sich bei diesen um Flucht- und Sozialtiere handelte. Sie schrieben ihnen als Tiere eine große Achtsamkeitsfähigkeit zu. Schafe als intelligente, komplexe und fühlende Individuen, würden Emotionen und Stimmungen von Menschen spüren und entsprechend reagieren.

Die Konzentration auf das Hier und Jetzt erleichtere die Bewältigung von Grübeleien und Sorgen, die bei misshandelten Personen häufig auftreten. Die Einübung einer nicht wertenden Haltung kann ein Gegenmittel gegen Scham-, Schuld- und Wutgefühle sein. Die Kultivierung von Mitgefühl und insbesondere von Selbstmitgefühl verringert die Selbstbeschuldigung und das geringe Selbstwertgefühl. Die Wissenschaftler betonten, dass die Tiere nicht per se einen therapeutischen Prozess schaffen, sondern vielmehr die vom Therapeuten beabsichtigten Veränderungsprozesse unterstützen. Die Forscher erhofften sich weitere Studie mit einer größeren randomisierten Stichprobe.

 

Weitere Forschung über Achtsamkeitspraktiken gemeinsam mit Tieren scheinen demnach ein Potential zu haben, Wege zu mehr Wohlbefinden bei Menschen und bei Tieren aufzuzeigen und sogar im therapeutischen Setting unterstützend zu wirken.

 

 

 

Quellen:

- Henry and Crowley (2015) The Psychological and Physiological Effects of Using a Therapy Dog in Mindfulness Training, Anthrozoös, 28 (3) 385-402.

- Lee Oliva and Green (2021) Dog Tales: Mindful Dog Interactions Evoke Similar Experiences to Dog Assisted Mindfulness Meditations. Animals (Basel). 2021 Jul;11(7): 2104.

- Leigh Atherton et al. (2016) Animal-Assisted Therapy as a Complementary Intervention for Mindfulness-Based Therapies, Ideas and Research You Can Use: VISTAS 2016

- Schramm et al. (2015) From animal behavior to human health: An animal-assisted mindfulness intervention for recurrent depression. Zeitschrift für Psychologie, 223(3), 192–200.

- Schramm et al (2022) Effectiveness of Nature- and Animal Assisted Mindfulness for Relapse Prevention in Depressed Patients With a History of Childhood Maltreatment. Front Psychiatry. 2022; 13: 899318.